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Energie & Zukunft

Fossile Energieträger - Erdöl, Erdgas, Kohle - sind begrenzt. Unser Ziel ist es, die CO2-Emmissionen deutlich zu reduzieren. Ein Weg zu diesem Ziel besteht darin, Energie rationell zu erzeugen und diese Art der Energiegewinnung auszubauen. Als kommunales Unternehmen sind wir besonders der Nachhaltigkeit verpflichtet. Deshalb haben Klima- und Umweltschutz oberste Priorität.

Hackschnitzelanlagen
In der Stadionstraße 6 in Tuttlingen wurde von den Stadtwerken Tuttlingen im Jahr 2000 eine Hackschnitzelheizung gebaut und in Betrieb genommen. Über ein neu errichtetes Nahwärmenetz werden die Sporthallen, die Hermann-Hesse-Realschule, die Schillerschule, die neue Stadthalle, ein Hotel sowie mehrere Einzel- und Mehrfamilienhäuser mit umweltschonender Wärme beheizt.
Die in der Hackschnitzelheizung verwendeten Waldhackschnitzel stammen aus dem Wald des Stadtgebietes Tuttlingen und der Region, so dass das Energieholz nicht über lange Strecken transportiert werden muss. Im Wald erzeugen große Hacker aus den verschiedenen Holzsorten Waldhackschnitzel, die dann in Containern zur Heizanlage gebracht werden. Die Verbrennung der Waldhackschnitzel erfolgt dann vollautomatisch. Die vorhandene Technik und die eingesetzten Abgasfilter sorgen dafür, dass die Emissionen des Holzkessels auf ein Minimum, weit unter den gesetzlichen Vorgaben, reduziert werden.

Durch den Einsatz von nachwachsendem Energieholz aus heimischen Wäldern werden nicht nur die ortsansässigen Unternehmer gestärkt, es werden auch 1.860 Tonnen CO2-Emissionen jährlich vermieden. Ein wichtiger Beitrag zum globalen Klimaschutz.

Im take-off GewerbePark Neuhausen ob Eck / Tuttlingen ist seit November 2004 das Biomasseheizwerk der Stadtwerke Tuttlingen in Betrieb. Die Anlage versorgt den  Gewerbepark mit Fernwärme.
In einem Anbau am bestehenden Heizhaus wurde der Holzkessel installiert. Die Feuerungswärmeleistung beträgt rund 2.200 kW, so dass etwa 52 % des Jahreswärmebedarfs von rund 9000 MWh aus Hackschnitzeln gewonnen werden kann. Zur Optimierung des Betriebes wurde ein vorhandener 100.000 Liter Heizöltank zum Wärmespeicher umgebaut. Mit dem Holzkessel wird die Wäme CO2-neutral erzeugt, eine Heizung auf konventioneller Basis (z.B. Gas Brennwert) würde ca. 2.200 Tonnen CO2 freisetzen.

Pelletanlagen
Neben den Hackschnitzelanlagen betreiben die Stadtwerke Tuttlingen zwei Heizanlagen die mit Pellets beheizt werden. Die aus Holzspänen gepressten Pellets verbrennen wie die Hackschnitzel CO2 neutral, d.h. es wird bei der Verbrennung nur genau so viel CO2 an die Atmosphäre abgegeben wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat.
 
Mit dieser umweltschonenden Heizmethode wird durch einen 300KW Heizkessel unteranderem die Grund- und Hauptschule in Möhringen beheizt.
Das Heizwerk in der Weimarstraße versorgt mit zwei, je 190 KW starken Kesseln, mehrere Privatgebäude in der Tuttlinger Innenstadt über das Fernwärmenetz „Donaustraße“ mit regenerativer Wärme.
 
 
Mehr Informationen zum Heizen mit Holz:

www.wald-online-bw.de

Effiziente Primärenergienutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung

In Blockheizkraftwerken wird die eingesetzte Primärenergie (Erdgas, Heizöl, Klärgas, Deponiegas, Rapsöl, Biogas...) zur Erzeugung von Strom verwendet und die dabei zwangsläufig anfallende Wärme ausgekoppelt und zum Heizen oder als Prozesswärme verwendet. Der energetische Gesamtwirkungsgrad beträgt dabei ca. 86% im Gegensatz zu den großen konventionellen thermischen Kraftwerken, die bei reiner Stromproduktion einen Wirkungsgrad von max. 40 - 50 % aufweisen.

Die Stadtwerke Tuttlingen GmbH betreiben 14 Blockheizkraftwerke an 9 Standorten

Im Blockheizkraftwerk Umläufle sind zwei Gasmotoren mit einer Generatorleistung von insgesamt 990 kW installiert. Die Abwärme wird zum Beiheizen der Schulen und Sporthallen im Umläufle, der BBT und dem Freizeit- und Thermalbad TuWass verwendet. Zur Abdeckung von Spitzenlasten stehen drei gasbefeuerte Heizkessel zur Verfügung. Pro Jahr werden hier rund 4.000.000 kWh Strom produziert. Dies entspricht dem Verbrauch von rd. 1.100 Haushalten. Seit August 2014 werden die BHKW mit Biogas betrieben, wodurch eine CO2 neutrale Wärme- und Stromabgabe ermöglicht wird.

Das Blockheizkraftwerk Holderstöckle versorgt das Wohngebiet Holderstöckle  (Sigmund-Freud-Str., Rudolf-Virchow-Str.), die Grundschule im Holderstöckle und das Altenpflegeheim St. Anna mit Wärme. Die jährliche Stromerzeugung der beiden 50 kW-Gasmotoren liegt bei rund 690.000 kWh.

Seit Dezember 2003 sind auf dem Gelände der Kläranlage Tuttlingen zwei Gasmotoren mit je 120 kWel in Betrieb. Die Maschinen verwerten das beim Klärprozess anfallende Methangas. Die mit dem BHKW erzeugte Wärme wird zum Heizen des Faulturmes verwendet. Die produzierte elektrische Energie wird nach den Regeln des EEG in unser Netz eingespeist. Die Jahresproduktion beträgt  ca. 850.000 kWh , die dem Jahresverbrauch von etwa 220 Haushalten entspricht.

Zusätzlich zum Biomasseheizwerk im take-off GewerbePark Neuhausen ob Eck / Tuttlingen ist ein Erdgasmodul installiert, welches neben der thermischen Leistung 2.500.000 kWh elektrische Energie pro Jahr erzeugt.

Zur Wärmeversorgung des Neubaugebiets „Thiergarten“ wurde ein BHKW Modul mit 70 KWel und 109 KWth installiert. Das Heizkraftwerk wurde so ausgelegt, dass es bei weiterer Erschließung des Wohngebiets mit einem zusätzlichen BHKW Modul erweitert werden kann. Im Rahmen des „+Kunst“ Wettbewerbs wurde das Gebäude mit der Arbeit von Angelika Klassen verschönert.

Weitere Blockheizkraftwerke der Stadtwerke Tuttlingen GmbH sind:

Lebenshilfe Tuttlingen
2 Module mit je 50 KW elektrischer Leistung

Stuttgarter Straße
1 Modul mit 20 KW elektrischer Leistung

In der Schmelze
1 Modul mit 20 KW elektrischer Leistung

Das BHKW „Olgastraße“ ist mit 2 Modulen á 50 KW elektrischer Leistung ausgestattet und gewährleistet damit die Wärmeversorgung der Tuttlinger Höfe, des Modepark Röther und einzelner Privatgebäude.

Insgesamt haben die BHKWs der Stadtwerke Tuttlingen GmbH eine elektrische Leistung von rund 2000 KW.

Durch Einsatz aller oben erwähnten Blockheizkraftwerke bleiben unserer Atmosphäre 2600 t CO2 erspart!

Fotovoltaikanlagen erzeugen Strom ohne Brennstoffkosten und ohne CO2-Emmissionen und sind damit eine sehr gute Unterstützung der konventionellen Erzeugungsanlagen. Schon im Jahre 1992 wurde von den Stadtwerken Tuttlingen auf dem Dach des Imanuel-Kant-Gymnasiums in Tuttlingen eine Demonstrationsanlage mit 1,59 kWpeak errichtet. In 2000 folgte eine Anlage mit 3 kWpeak auf dem Flachdach des Otto-Hahn-Gymnasiums. In der Zwischenzeit wurden von den Stadtwerken weitere Anlagen überwiegend auf öffentlichen Gebäuden errichtet. Die installierte Leistung unserer Anlagen beträgt zur Zeit etwa 1.155 kWpeak. Wesentlichen Anteil an der insgesamt installierten Leistung hat der auf Initiative der Stadt Tuttlingen in Kooperation mit der Kreissparkasse im Jahr 2005 aufgelegte Sparkassenbrief. Aus dessen Mitteln wurden vier große Fotovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden finanziert. Der Jahresertrag allein dieser 4 Anlagen beträgt rund 300.000 kWh, was dem Bedarf von ca. 85 Haushalten entspricht. In Tuttlingen sind insgesamt Anlagen mit 7.645 kWpeak in Betrieb.
 
An folgenden Standorten haben die Stadtwerke Tuttlingen GmbH Solarstromanlagen in Betrieb:
 
Solarstromanlage IKG
Solarstromanlage OHG
Solarstromanlage IKG-Turnhalle
Solarstromanlage Fritz-Erler-Schule
Solarstromanlage Schillerschule
Solarstromanlage LURS
Solarstromanlage LURS-Sporthalle
Solarstromanlage Hermann-Hesse-Realschule mit 2 Anlagen
Solarstromanlage Grundschule im Holderstöckle
Solarstromanlage Parkhaus "Am Seltenbach" mit 3 Anlagen
Solarstromanlagen Gewerbepark 2;3;4;7;9;11
Solarstromanlage Balinger Straße 67-69, 71/73, 75/77
Solarstromanlage Bischofszeller Straße, Möhringen
Solarstromanlage Bauhof

 
In Summe 26 Solaranlagen mit 1155 kWpeak, entsprechend ca. 1.132.000 kWh pro Jahr, entsprechend dem Jahresstrombedarf von 324 Haushalten.
 
Wer eine Fotovoltaikanlage selbst errichten möchte, erhält eine Vergütung entsprechend dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Vergütungshöhe und Dauer der garantierten Förderung erfahren Sie bei uns.

Energie aus dem Innern der Erde

1997 startete auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades beim Place de Bex eine Tiefenbohrung mit dem Ziel, Thermalwasser für das neue Bad in Tuttlingen zu fördern.
Normalerweise steigt die Temperatur zum Erdmittelpunkt hin um ca. 3 ° Kelvin je 100 m an, so dass man -ausgehend von einer Temperatur von 10 °C an der Erdoberfläche- in 500 m Tiefe eine Gesteinstemperatur von ca. 25 °C erwartet.
 
Nach einigen Schwierigkeiten wurden wir im Herbst 1998 fündig: Statt der erwarteten 25 °C stießen die Bohrer in 645 m Tiefe im Muschelkalk auf Thermalwasser mit einer Temperatur von unerwarteten 49 °C.
Der anschließende Dauerpumpversuch zeigte, dass die Quelle mit einer Entnahme von 3 l/s dauerhaft betrieben werden kann. Das heiße Wasser steigt jedoch nicht von selbst an die Erdoberfläche, sondern muss aus einer Tiefe von 318 m unter Grund gepumpt werden.
Das geförderte Thermalwasser wird in unserem Thermal- und Freizeitbad TuWass aufbereitet und anschließend in die Becken geleitet.
 
Die Energie, die dem Thermalwasser entnommen wird, deckt ca. 50 % des Jahreswärmebedarfs des Bades ab. Dadurch werden etwa 201.000 m³ Erdgas eingespart, was einer Vermeidung von 395.000 kg  CO2-Emissionen pro Jahr entspricht.
Selbst dem abgebadeten Wasser wird über Wärmepumpen die Restenergie entzogen und zur Duschwassererwärmung verwendet.

Warmwasser von der Sonne

Solare Beckenwassererwärmung im Freibad Tuttlingen.
Auf dem Dach der Technikräume und der Umkleidekabinen im Tuttlinger Freibad wurde im Jahr 2000 eine solarthermische Beckenwassererwärmung installiert. Die Anlage besteht aus unzähligen schwarzen Kunststoffplatten die vom Beckenwasser durchströmt werden. Durch die Beschichtung der Platten ist gewährleistet, dass ein Großteil der im Sonnenlicht enthaltenen Wärmestrahlung absorbiert und an das Beckenwasser abgegeben wird. Freibäder eignen sich besonders gut für solche Anlagen, da die Wärme in der Regel nur im sonnenreichen Sommer benötigt wird und das geringe Temperaturniveau eine ideale Voraussetzung für eine einfache und kostengünstige Absorberanlage bietet. Mit der Sanierung des Freibades wurde die Solaranlage in 2006 nochmals auf mittlerweile über 1.500 m² Absorberfläche erweitert. Mit dieser Maßnahme gehen wurde der CO2-Ausstoß um 78,69 % von 244 t/Jahr auf 52 t/Jahr gesenkt. Auch hier leisten die Stadtwerke Tuttlingen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Als regionaler Energieversorger ist es den Stadtwerken Tuttlingen ein ganz besonderes Anliegen, eine Vorbildfunktion für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für regionale Unternehmen in Sachen Energie- und Ressourceneffizienz einzunehmen.
Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, haben sich die SWT den verantwortungsvollen Umgang mit Energie sowie eine effiziente und nachhaltige Energienutzung im gesamten Unternehmen zum Ziel gesetzt. Aus diesem Grund fiel bereits im Jahr 2014 die Entscheidung, eine Energiemanagement-Zertifizierung nach dem Management-Standard DIN EN ISO 50001 anzustreben. Unterstützt werden die SWT dabei vom Projektbüro für Neue Energien aus Waldrach. Ziel ist es, durch systematische Erfassung und Auswertung aller Energiedaten und Anlagen, wirtschaftliche und ökologische Potenziale im Unternehmen zu identifizieren und nachhaltig zu erschließen. Dabei wird eine stetige, „kontinuierliche Verbesserung“ angestrebt.
In einer ersten Sachstandsbeurteilung wurden dabei die dominanten Energieverbraucher identifiziert und deren Anteil am gesamten Energiebedarf des Unternehmens sowie der Kostenstruktur ermittelt. In diesem Jahr erfolgt die Fortschreibung der Energiedaten und ein systematischer Vergleich mit den im Vorjahr ermittelten Werten. Ferner wurden im vergangenen Jahr bereits erste Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz angeregt, deren Fortschritt kontinuierlich geprüft und ggf. angepasst wird.