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Die Toilette – das Entsorger-Supertalent?

Die Kläranlage Tuttlingen entsorgt jedes Jahr 135 Tonnen Müll.

Flutsch und weg. Einfach schnell auf die Toilettenspülung gedrückt und schon ist das Geschäft erledigt. Dort wo für den Nutzer die Arbeit aufhört, fängt diese für Andere an. Deutschlandweit kümmern sich rund 42.500 MitarbeiterInnen in der Abwasserwirtschaft darum, dass wir nur mal eben auf das Knöpfchen drücken müssen.

Was nach dem Spülen passiert, ist Vielen unbekannt. Das Abwasser gelangt in ein Abwassersystem, wozu Abflussrohre, Abwasserkanäle und Klärwerke, bzw. Kläranlagen gehören.

Skurrilität im Abfluss

Kläranlagen-MitarbeiterInnen können von Skurrilitäten im Abwasser ein Lied singen. Es gibt nichts, was noch nicht im Abwasser gefunden worden wäre: vom Toilettenpapier bis hin zum teuren Smartphone. Pro Jahr fallen in der Kläranlage Tuttlingen und in der Kläranlage Möhringen circa 135 Tonnen Müll an. Doch nicht alles gehört in das Abwasser. Was in die Toilette darf und was nicht ist streng geregelt: Hygieneartikel wie Feuchttücher, Tampons, Binden, Wattestäbchen oder Wattepads, abgelaufene Medikamente, Essensreste, Fette, Textilien und andere Gegenstände sind nicht über die Toilette zu entsorgen. Diese sind durch die dafür vorgesehenen Sparten, wie etwa Hausmüll, Sondermüll oder Biotonne zu entsorgen. In das Abwasser gelangen dürfen lediglich Ausscheidungen, Toilettenpapier und Schmutzwasser.

Aus skurril wird fatal

Toilettenpapier hat aufgrund des Herstellprozesses die Eigenschaft sich im Wasser aufzulösen und zu zerfasern. Diese Eigenschaften hat beispielweise ein Desinfektionstuch nicht. Dieses muss zu Beginn der Abwasserreinigung herausgefiltert werden. Ein technisch aufwändiger Prozess, der regelmäßig zu Komplikationen und Defekten führt. Doch nicht erst im Klärwerk kommt es aufgrund falsch entsorgter Objekte zu Störungen. Schon beim Abfluss des Abwassers mit Fremdkörpern kann es in den hausinternen Rohren zu Verstopfungen kommen. Hygieneartikel, wie zum Beispiel Tampons oder Küchentücher, saugen sich bei Kontakt mit Wasser voll und quellen auf. Dadurch besteht die Gefahr, dass diese sich im Rohrsystem verfangen. An diesen bereits festhängenden Objekten verfangen sich wieder Objekte –  solange, bis das Rohr verstopft ist. Auch in den Pumpen können solche Objekte zum Problem werden. Hygieneartikel sind oft reißfest. Kommt das Objekt nun in eine Pumpe kann sich dieses verhaken. Aufgrund der Reißfestigkeit des Objekts kann die Maschine beschädigt werden. So entstehen deutschlandweit Schäden im Abwassersystem jährlich in Millionenhöhe. 

Problematisch für die Umwelt ist die Entsorgung alter Medikamente durch das Abwasser. Diese lösen sich auf und der Wirkstoff gelangt so in das Wasser. Die aktuelle Technik der Klärwerke und der Wasserreinigung ist nicht so weit fortgeschritten, als dass diese die Wirkstoffe herausfiltern könnte. Diese gelangen dann mit dem gesäuberten Wasser in unsere Gewässer und schädigen so die in den Gewässern lebenden Organismen. Um dies zu vermeiden empfiehlt das Umweltbundesamt alte Medikamente über den Restmüll zu entsorgen.

Weitere Informationen zur Abwasserentsorgung und der Funktionsweise der Abwasserreinigung finden Sie hier.

 

Was darf in die Toilette?

  • Ausscheidungen
  • Toilettenpapier 
  • Putz-Wischwasser


Was darf nicht in die Toilette?

  • Speisereste und Küchenabfälle 
  • Papiertaschentücher (z.B. Tempos), Feuchttücher, Tampons, Binden, Wattestäbchen
  • Küchenpapier (Küchenrolle), Katzenstreu, Putzlappen
  • Reste von Medikamenten
  • Öle und Fette
  • Chemikalien wie z.B. Farbreste, Lösungsmittel
  • Frostschutzmittel, Bremsflüssigkeit
  • Zementschlämme, Mörtelreste


Eine vollständige Liste finden Sie hier.

Den Artikel finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe des Stadtmagazins "Im Quadrat" vom 17.02.2021 auf Seite 16.
 




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