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Handlungsbedarf Trinkwasser!

Überschwemmungen der Wasserschutzzone können das Trinkwasser verkeimen.
Das Wasserwerk Tiefental wurde 2020 mit einer neuen Ultrafiltrationsanlage mit UV-Bestrahlung ausgestattet. Die gleiche Technik ist im deutlich größeren Wasserwerk Riedgraben erforderlich.
Ein erster Architekturentwurf: So oder so ähnlich könnte das neue Wasserwerk in der Ludwigstaler Straße am Kreisverkehr Dr. Karl-Storz-Platz aussehen.

Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz. Zunehmende Trockenheit als Folge des Klimawandels macht sich auch in Tuttlingen bemerkbar. Um dafür besser gerüstet zu sein, plant die Stadtwerke Tuttlingen GmbH (swt) ein neues Wasserwerk. Schließlich gewinnt die swt rund 65 Prozent des Tuttlinger Trinkwassers aus der Quelle am Riedgraben.

„Wieder mal viel zu trocken“ – kommentiert swt-Wasseringenieur Fabian Reichel die aktuelle Wetterlage. Während wir uns über das schöne Frühlingswetter mit viel Sonnenschein freuen, blicken die Wasserexperten der Stadtwerke mit Sorge auf die geringen Niederschläge: „Wenn es nicht regnet, heißt das nicht, dass morgen kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn fließt. Aber“, so erklärt Reichel, „die Grundwasserspeicher können sich nicht wieder vollständig auffüllen.“ Rund 65 Prozent des Tuttlinger Wassers stammen aus dem Riedgraben. Dieses Grundwasser entsteht durch Versickerung. Das Karstgestein sorgt als natürlicher Filter für eine hohe Grundwasserqualität. „Neben der Trockenheit machen uns auch die Extremwetterlagen zu schaffen,“ betont Reichel. Starkregen führte schon mehrfach zu Überschwemmungen im Wasserschutzgebiet, wodurch Verunreinigungen eingeschwemmt werden können. 

„Um die Tuttlinger Bürger langfristig mit bestem Trinkwasser versorgen zu können, ist es dringend erforderlich in eine Aufbereitungstechnik zu investieren.“, betont Patrick Müller-Benzing, Technischer Leiter der Stadtwerke. „Die natürliche Filterung durch das Karstgestein und die bisher eingesetzten Techniken sind nicht mehr ausreichend. Es bedarf einer innovativen, technischen Lösung mit mehreren Reinigungsschritten.“ Also eine Art Reinigungsstraße: Zuerst soll eine Ultrafiltration alle Schwebstoffe und Mikroorganismen entfernen. In der nächsten Reinigungsstufe beseitigt eine UV-Bestrahlung mögliche Bakterien und Viren. Abschließend erfolgt eine geringe Chlordesinfektion, die gewährleistet, dass das Wasser auf dem Transport zum Kunden sauber bleibt. Eine vergleichbare Anlage hat die swt vor zwei Jahren im kleineren Wasserwerk Tiefental realisiert und macht damit sehr gute Erfahrungen.

Diese Technik benötigt mehr Platz, als im bestehenden Wasserwerksgebäude vorhanden ist. Aus diesem Grund ist der Bau eines neuen Wasserwerks am Dr. Karl-Storz-Platz in Planung. Während der Bauarbeiten soll das bestehende Wasserwerk aus den 50er Jahren noch in Betrieb bleiben. Die Investition von rund zehn Millionen Euro ist eine Investition in die Zukunft, um die Eigenversorgung mit Wasser der Tuttlinger Bürgerinnen und Bürger auch langfristig auf hohem Niveau zu sichern.

 

Den Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Stadtmagazins "Im Quadrat" auf Seite 16.




Geprüfte Nachhaltigkeit und zertifiziertes Energiemanagement