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Klimafreundlich heizen mit Stadtwerke-Wärme

Simon Degen erklärt einem Auszubildenden den 6-Zylinder-Motor eines BHKWs, das klimafreundlich Wärme und Strom erzeugt.
Simon Degen. Seine Augen strahlen, wenn er von seinem Beruf berichtet: Handwerk, Technik und Umweltschutz – mit diesen Worten beschreibt er seine Aufgaben. Als Anlagenmechaniker kümmert sich der 27-Jährige um die 16 swt-Heizzentralen und das dazugehörige Fernwärmenetz. Stolz berichtet er, wenn er eine knifflige Störung lösen konnte. Er liebt es, wenn er sich so richtig in eine Anlage reindenken muss, um den Fehler zu finden. Die Technik begeistert ihn, auch weil er dabei immer wieder was Neues lernen darf. Besonders freut ihn, dass seine Arbeit einen nachhaltigen Aspekt hat und er dadurch seinen Beitrag zur Energiewende leisten kann – ein Beruf mit Zukunftsperspektive. Auch in seiner Freizeit sucht der Heudorfer (bei Meßkirch) die Nähe zur Natur. Seine Leidenschaft ist der Bergsport, insbesondere das Klettern und das Gleitschirmfliegen.

Fast ein Fünftel, rund 18 Prozent, aller CO2-Emissionen in Deutschland entstehen allein durch das Beheizen und Kühlen von Gebäuden sowie die Warmwasserbereitstellung. Jährlich sind dies mehr als 150 Millionen Tonnen CO2. Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es im Bereich der Wärmeversorgung gewaltiger Einsparungen.

 

Aus diesem Grund investiert die swt seit vielen Jahren in effiziente Heizanlagen. In sogenannten Blockheizkraftwerken (BHKW) wird aus der eingesetzten Primärenergie (z.B. Erdgas oder Biogas) Strom erzeugt und die dabei anfallende Wärme ausgekoppelt und zum Heizen verwendet. Diese Wärme wird in Tuttlingen über ein 17 Kilometer langes Fernwärmenetz an Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie an Großabnehmer wie Industrie, Gewerbe und Schulen verteilt.

Grund für diese Heizform ist die hocheffiziente Energienutzung. So wird in einem BHKW mit weniger Energieeinsatz deutlich mehr Wärme und Strom erzeugt, als dies in konventionellen Kraftwerken bei getrennter Strom- und Wärmeproduktion der Fall ist. „Unser energetischer Gesamtwirkungsgrad liegt bei rund 87 Prozent gegenüber 59 Prozent in konventionellen Anlagen.“, erklärt Hannes Schray, swt-Projektingenieur in der Sparte Wärme. Diese effiziente Energienutzung hilft nicht nur dem Klima, sondern schont auch wertvolle Rohstoffe. Außerdem punktet die Fernwärme durch einen niedrigen CO-Ausstoß. „Stellt man den CO2-Ausstoß eines BHKWs dem CO2-Ausstoß einer Einzelgebäudeheizung mit Gas und Solarthermie gegenüber, so stößt die Einzellösung bis zu 25 Prozent mehr klimaschädliches Kohlendioxid aus“, weiß Schray. Er hat ein entsprechendes Szenario für das Baugebiet Thiergarten berechnet, dessen Erweiterung derzeit geplant wird.

Aus diesem Grund erfüllt die Fernwärme auch die Vorgaben der Erneuerbaren-Wärme-Gesetze (EEWärmeG Baden-Württemberg und EWärmeG Bund). Diese gesetzlichen Anforderungen müssen sowohl bei Neubauten als auch bei Heizungssanierungen berücksichtigt werden.

Die swt fördert den Einsatz von Erneuerbaren Energien. Biogas anstatt fossilem Erdgas soll zum Beispiel in der neuen BHKW-Anlage in der Katharinenstraße verfeuert werden. In den vergangenen zwei Jahren investierte die swt rund 180.000 Euro in einen Zusammenschluss der Nahwärmenetze Olgastraße und Donaustraße. Dadurch kann die klimaneutrale Wärme aus Holzpellets nun im gesamten Kernstadtgebiet (zwischen Krankenhaus und Stadtgarten) verteilt werden. Durch den Anteil der Erneuerbaren Energien in diesem Netzbereich, können Kunden eine Bundesförderung auf die Wärmeübergabestation beantragen.

Auf wachsendes Interesse stößt das Energieliefercontracting, das die swt aktuell in zwei Mehrfamilienhäusern in der Katharinenstraße und in der Bodenseestraße umsetzt. Auch in Altbauten, wie in einem Mehrfamilienhaus in der Stuttgarter Straße, kann dies für den Eigentümer eine passende Lösung sein. „Neben dem Wunsch klimafreundlich zu heizen, spielt auch der Serviceaspekt eine große Rolle.“, erklärt Schray. Je nach Vertragsgestaltung kümmert sich die swt um den Bau des BHKWs, den Unterhalt und die Wartung, die Gasbeschaffung und bietet für den Notfall einen 24-Stunden-Störungsdienst.

Bis ins Jahr 2024 plant die swt mit einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Millionen Euro im Bereich Fernwärme und leistet damit einen aktiven Beitrag für die regionale Energiewende. Die Wärmewende vor Ort spielt dabei eine entscheidende Rolle.

 

Den Artikel finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe des Stadtmagazins "Im Quadrat" auf Seite 14.
 




Geprüfte Nachhaltigkeit und zertifiziertes Energiemanagement